Antrittsbesuch des neuen Bundestagsabgeordneten bei Bürgermeister Roos

„Wer nicht zuhört, kann nichts mitnehmen. Nur wenn ich das Gespräch suche, kann ich Probleme nach Berlin mitnehmen und zu Lösungen beitragen“, begründete der neue SPD-Bundestagsabgeordnete für das Tecklenburger Land und die Emsschiene, Jürgen Coße, seinen Antrittsbesuch beim Saerbecker Amtsinhaber, Wilfried Roos.

Begleitet von Vertretern der Saerbecker SPD sprachen beide fast zwei Stunden über zahlreiche Themen von lokaler bis globaler Ebene.

Bürgermeister Roos berichtete vom „EnerPrax“-Projekt im Bioenergiepark, bei dem in Kooperation mit der FH Steinfurt neue Energiespeichertechnologien er-forscht werden sollen. Das Projekt werde mit rund 2 Mio. € von Land und EU gefördert. Der neue Bundestagsabgeordnete sieht den Bund hierbei in der Pflicht. „Der Bund muss mehr tun, um die Speicherung von Energie wirtschaftlicher und damit zukunftsfähig zu machen. Gerade Saerbeck kann hiervon profi-tieren.“

Mit Bezug auf die örtliche Gesamtschule, forderte Jürgen Coße, der Bund müsse künftig die Gestaltung der Schullandschaft stärker finanziell unterstützen können – was bisher durch das Kooperationsverbot unmöglich sei. „Hier müssen Bund und Länder handeln und eine Zusammenarbeit ermöglichen.“

Im Gespräch wurde deutlich, wie eng die Arbeit des Abgeordneten im Auswärti-gen Ausschuss mit der lokalen Politik verknüpft ist. Der Saerbecker Bürgermeis-ter berichtete von einem Brief des Gouverneurs von Fukushima, in dem die ja-panischen Kollegen offiziell um die Unterstützung Saerbecks beim dortigen Umstieg auf erneuerbare Energien bitten. „Genau wie man autoritäre Staaten in der ganzen Welt nicht durch Zwang, sondern nur durch beispielhaftes Verhalten zur Demokratie bewegen kann, können wir die Energiewende nicht durch Zwang in die Welt exportieren. Wir müssen Vorbild sein, dann folgen uns andere Staaten von ganz allein“, zog Coße Parallelen zwischen deutscher Außenpoli-tik und der Vorbildfunktion Saerbecks in der Energiewende. Er versprach, sich persönlich bei Außenminister Sigmar Gabriel dafür einzusetzen, dass die Saerbecker Erfahrungen international noch mehr Beachtung finden.

Weitere Themen waren u. a. die Unterbringung von Flüchtlingen sowie die finanzielle und demographische Situation der Gemeinde. Beide Gesprächspartner vereinbarten eine enge Zusammenarbeit um mögliche Herausforderungen schnell zu bewältigen.

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