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Journalismus und Pressefreiheit im Münsterland: Gespräch mit Presseverein


Wie kann man Journalismus stärken?

Die in den vergangenen Monaten erfolgreich durchgeführten Gesprächsrunden mit Politikerinnen und Politikern wurden auch im Sommer fortgesetzt. So traf ich mich mit Vertretern des Vorstands des Pressevereins Münster-Münsterland Wolfram Linke, Hans-Peter Leimbach und Kai Heddergott am 19. Juli in Münster zu einem Gedankenaustausch. Die Themen des Gesprächs waren vielfältig: Es ging um Pressefreiheit, Veränderungen im Journalismus und darum, wie man gemeinsam den Journalismus stärken kann.

Kritik an Fokussierung auf schnelle Sensation und Aufreger

Gleich zu Beginn bewertete Coße die Fokussierung der Verlage und Medien auf die schnelle Sensation oder den um Aufmerksamkeit heischenden Aufreger durchaus auch selbstkritisch: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Schlagzeilen wichtiger sind als Qualität und Hintergrundrecherche. Da schneiden sich Politik und Journalismus oft ins eigene Bein.“ Das liege auch daran, dass sich der Journalismus generell verändert habe: Meinungsbeiträge haben Konjunktur, die differenzierte Berichterstattung hat es mittlerweile schwer.


Wirtschaftlicher Druck - Meinungsvielfalt nimmt ab

Der wirtschaftliche Druck auf dem Verdrängungsmarkt der Medien mit der Konzentration auf immer weniger Angebote und das Erstarken des Populismus sieht Coße als eine gefährliche Entwicklung: „Die Meinungsvielfalt nimmt ab und immer weniger Menschen beziehen ihre Informationen aus der von ausgebildeten Journalisten aufgearbeiteten Presse, was ich als ein Alarmsignal ansehe. Ich bin ja auch Außenpolitiker und beobachte, was in anderen Ländern geschieht – und dort leidet oft genug die Pressefreiheit unter den Entwicklungen. Das darf bei uns nicht passieren, denn das ist demokratiegefährdend“.


Journalismus spielt im Münsterland große Rolle

Im Münsterland spiele Journalismus seiner Beobachtung nach aber eine große Rolle. Nicht zuletzt sei es ein gemeinsames Verdienst der Öffentlichkeit und der hiesigen journalistischen Angebote, dass es die AfD vor allem im Münsterland sehr schwer habe. Aber gerade das Beispiel der Münsterschen Zeitung habe deutlich gemacht, wie schnell sich publizistische Angebote dennoch aufgrund verlegerischer Entscheidungen komplett verändern können.


Unterstützung und zukünftigen Austausch zugesagt

Jürgen Coße signalisierte seine Bereitschaft, den Austausch zwischen Politik und Journalismus zu unterstützen: „Wo ich mithelfen kann, helfe ich gern.“ Er habe gute Erfahrungen damit gemacht, als Abgeordneter in anderen Bereichen und Institutionen zu hospitieren und sich gegenseitig Einblicke für ein besseres Verständnis zu verschaffen. So werde er den Dialog mit dem Presseverein auch gerne fortführen – vielleicht auch mit einem Blick in die Praxis. Auch, um im Detail zu erfahren, wo aktuell die Schwierigkeiten für die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen liegen.


Wir brauchen guten Journalismus, um Demokratie zu stärken

Seine Botschaft zum Ende des Termins war dann auch sehr klar: „Wenn wir unsere Demokratie stärken wollen, brauchen wir einen guten Journalismus – lokal, regional und bundesweit.“

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