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Kreis nutzt Kreislaufwirtschaft: Energie erzeugen und CO2 verringern

Kreis Steinfurt/Saerbeck. Mit ca. 5,6 Millionen Euro fördert der Bund, genauer gesagt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das Errichten eines Biomasseheizkraftwerkes und einer Anlage für Klärschlammtrocknung im Bioenergiepark Saerbeck. Nachdem ein erster Förderantrag der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGST), ein hundertprozentiges kommunales Unternehmen des Kreises Steinfurt, abgelehnt worden war, hatte sich der örtliche Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße (SPD) in Berlin für das Projekt stark gemacht. Mit Erfolg. 17 von 24 Kommunen im Kreis Steinfurt und die EGST entsorgen demnächst gemeinsam ihre in den kommunalen Kläranlagen anfallenden Klärschlamme.

Beitrag zum Umweltschutz

„Die Förderbedingungen waren von Anfang durch den Kreis Steinfurt bzw. die EGST erfüllt worden“, sagt Coße. Auf Nachfrage von ihm beim Wirtschaftsministerium und nach erneuter Prüfung habe es jetzt im zweiten Anlauf geklappt. Coße: „Ein Biomasseheizkraftwerk mit einer gekoppelten Anlage zur Klärschlammtrocknung ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.“ Beide Anlagen würden Abfälle nutzen, um u.a. regenerative Energie, also Wärme und Strom, zu erzeugen oder den CO2-Abdruck durch deutliches Einsparen von Transportkilometern zu verringern. „Das ist ein Musterbeispiel dafür, wie man die Vorteile der Kreislaufwirtschaft und der Energiewirtschaft auch regional sehr gut nutzen kann und sollte“, sagt Coße.

EGST baut Anlage im Bioenergiepark Saerbeck

Die EGST werde diese Anlagen im Bioenergiepark Saerbeck bauen und betreiben und den Kommunen im Kreis Steinfurt hierdurch unter anderem eine Entsorgungssicherheit für kommunalen Klärschlamm anbieten. Begleitet wird dieses EGST-Bauprojekt von der Gründung einer neuen Gesellschaft zur gemeinsamen Klärschlammverwertung im Kreis Steinfurt (KVGST) durch die 17 Kommunen. Die KVGST übernimmt das Stoffstrommanagement für den Klärschlamm der Gesellschafter mit ca. 29.000 Tonnen pro Jahr. Die Geschäftsführung der KVGST soll durch die EGST wahrgenommen werden, um organisatorische Synergieeffekte nutzen zu können und die Verwaltungskosten gering zu halten.

Carsten Rehers übernimmt Projektleitung

Die Gründung der KVGST sowie das anstehende Bauprojekt der EGST stehen unter der Projektleitung von Carsten Rehers, dem leitenden Kreisbaudirektor des Kreises Steinfurt. „Diese Projekte kommen bei den derzeit steigenden Energiekosten und den stetigen Anforderungen an das Einsparen von CO2genau zur richtigen Zeit und stärken die regionale, kommunale Kreislaufwirtschaft im Kreis Steinfurt und den Abwasser- und Abfallgebührenzahler im Kreis Steinfurt“, sagt Coße.

Jährlich 200.000 Transportkilometer einsparen

Und wie funktioniert die CO2-Einsparung? Rehers: „Es können durch den Betrieb des Biomasseheizkraftwerkes und des Klärschlammtrockners jährlich rund 200.000 Transportkilometer eingespart werden. Die Energiequellen sind zu 100 Prozent CO2-neutral und überwiegend lokal am Standort Saerbeck verfügbar.“ Die Energie komme aus den holzigen Bestandteilen der Grüngutaufbereitung (Holzhäcksel) und der Bioabfallkompostierung (Mittelkorn) sowie aus unbehandeltem Altholz vom Wertstoffhof. Diese Energiequellen würden heute noch zu auswärtigen Biomassekraftwerken gefahren. Rehers: „Durch den Einsatz dieser Energiequellen werden künftig 18.000 Tonnen Klärschlamm durch Trocknung auf 5.000 Tonnen reduziert. Da Klärschlamm zu 75 Prozent aus Wasser besteht, können wir zudem viele Fahrten zu weiter entfernten Trocknungsanlagen einsparen.“

Klärschlammtrocknung mit Prozesswärme aus Biomasse 

Rehers erklärt, wie die regenerativen Energien (Wärme und Strom) für den Klärschlammtrockner produziert werden: „Technisch erfolgt die Klärschlammtrocknung mit Prozesswärme aus Biomasse. Um die Biomasse zu gewinnen, soll ein Biomasseheizkraftwerk mit einer Leistung von 3.000 KW gebaut werden.“ Die daraus gewonnene Prozesswärme könne für die Trocknung des Klärschlamms und die weiteren, bereits bestehenden Anlagen (z.B. das Kompostwerk) genutzt werden. Zudem beinhalte das Biomasseheizkraftwerk eine Turbine, mit der der für den Klärschlammtrockner und das Biomasseheizkraftwerk erforderliche Eigenstrom erzeugt werde. Rehers: „Auch das ist ein direkter Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende.“

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