Halbzeit in den USA: Reisen, Sport und viel Fastfood


Stipendiatin Zoé Blankemeyer aus Ibbenbüren berichtet über ihre Zeit in den USA, North Carolina – Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages
Ibbenbüren/Asheville/North Carolina. Halbzeit für die 17-jährige Zoé Blankemeyer aus Ibbenbüren. Die Schülerin ist seit fünf Monaten in Asheville im Bundesstag North Carolina, USA und absolviert dort ein Stipendienprogramm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem US-Kongress. Ihr Pate ist der Bundestagsabgeordnete aus dem Tecklenburger Land, Jürgen Coße (SPD). Per Videokonferenz berichtet Zoé über ihre Erfahrungen und wie es ist, in den USA Geburtstag, Weihnachten und Silvester zu feiern.
"Es geht mir hier richtig gut"
„Es geht mir hier richtig gut. Meine Gasteltern sind erst Mitte 20 und wollen selbst noch viel erleben, deshalb sind wir schon viel gereist und sie zeigen mir sehr viel. Besonders beeindruckend waren New York und Washington D.C., wo sie auch ihre Orientation Days vom Stipendienprogramm hatte“, sagt Zoé. Weihnachten nicht zu Hause zu sein und die Geschenke erst am ersten Weihnachtstag morgens auszupacken, sei schon komisch für sie gewesen und etwas Heimweh gehöre wohl dazu. „Aber wir haben auch hier mit der ganzen Familie gefeiert und es war eine schöne Erfahrung.“
Schnell Freunde und Anschluss gefunden - Unterricht und Essen sind anders
In der Highschool habe sie sehr schnell Freunde und Anschluss gefunden. Die Schulfächer sind natürlich etwas anders als am Kepler-Gymnasium: Soziologie, Amerikanische Geschichte, Gebärdensprache und Tanzen. Im neuen Semester steht Englische Literatur, Anatomie und Biologie auf dem Stundenplan. „Es ist natürlich toll, dass ich auch hier weiter Tanzen kann und Gebärdensprache ist absolut interessant zu lernen“, sagt Zoé. Ein Schultag gehe von 9.00 bis 15.40 Uhr und sie werde ab dem neuen Semester Fußball – Soccer – spielen. Dann endet der Schultag um 17.00 Uhr. Gerade der Frauenfußball hat in den USA einen sehr großen Stellenwert. „Und auch, wenn wir bei einem NFL-Spiel, also beim American Football, waren, was wirklich super spannend war, schauen wir in der Familie oder mit Freunden nicht so oft Football.“
Auch Politik spielt eine Rolle - Sorge vor Trumps Grönland-Politik
„Redet ihr im Alltag auch über Politik und die aktuelle politische Diskussion mit Blick auf Trump und Grönland?“, wollte Coße wissen. Das spiele auf jeden Fall eine Rolle und Zoé betonte, dass viele Amerikanerinnen und Amerikaner, die sie kenne, Trumps Vorgehen kritisieren und überhaupt nicht nachvollziehen können. „Wir sind sogar vom Stipendienprogramm darauf hingewiesen worden, immer unsere Ausweise bei uns zu tragen. Die Stimmung ist durchaus angespannt. Einige meiner Bekannten haben einen mexikanischen Ursprung und die Sorgen über Trumps Politik sind durchaus groß“, sagt Zoé. Coße: „Trumps Amerika sind nicht die USA.“
Viele Fastfood-Läden und Geschäfte - keine Radwege
„Was ist sonst noch anders in Asheville?“, fragt Coße. Dafür, dass die Stadt kleiner als Ibbenbüren ist, gebe es dort viele Fastfood-Läden und Geschäfte. „Überhaupt wird hier viel ungesünder und sehr oft außer Haus gegessen“, sagt Zoé. Zur Schule fahre sie mit dem Bus. „Fahrrad fährt hier niemand. Hier gibt es keine Radwege und wenn man mal einen Radfahrer trifft, macht er Radrennsport und die Autofahrer sind auch ganz verunsichert, wie sie damit umgehen sollen“, sagt Zoé.
Fünf weitere Monate liegen vor ihr - "unendliche Bereicherung deines Lebens"
Sie freue sich aber schon sehr auf die noch verbleibenden fünf Monate, bevor es für sie im Juni wieder nach Hause, nach Ibbenbüren geht. Die Menschen seien wirklich höflich und offen, auch wenn die Bekanntschaften oftmals eher oberflächlich bleiben. „Das ist hier bei uns etwas anders“, sagt Zoé. Coße: „Das Stipendium in den USA wird eine unendliche Bereicherung deines Lebens sein und insbesondere in der jetzigen angespannten Situation ist es wichtig, dass wir junge Botschafterinnen und Botschafter haben, die sich zwischen Deutschland und den USA austauschen.“ Nach dem Gespräch mit Jürgen Coße stand für Zoé erstmal Shoppen auf dem Programm – sie braucht Fußballschuhe.























