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„Sexuellen Missbrauch konsequent aufarbeiten“ - Jürgen Coße im Gespräch mit Unabhängiger Aufarbeitungskommission

V.l.n.r.: Ulrike Overkamp (Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit, UAK), Jürgen Coße (MdB) und Dr. Bernhard Frings (Historiker und Mitautor der Missbrauchsstudie) Bildnachweis: Büro Coße
V.l.n.r.: Ulrike Overkamp (Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit, UAK), Jürgen Coße (MdB) und Dr. Bernhard Frings (Historiker und Mitautor der Missbrauchsstudie) Bildnachweis: Büro Coße
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07. August 2026
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Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße (SPD) besucht Unabhängige Aufarbeitungskommission des Bistums Münster

Münsterland. Die wissenschaftliche Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und die Unterstützung der Betroffenen waren die zentralen Themen eines Austauschs des SPD-Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Steinfurt, Jürgen Coße, mit Dr. Bernhard Frings und Ulrike Overkamp von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission (UAK) für das Bistum Münster.

Missbrauchsstudie des Bistums Münster

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Missbrauchsstudie des Bistums Münster. Sie verbindet erstmals historische Forschung mit empirisch-sozialwissenschaftlichen Methoden und untersucht nicht nur die Taten selbst, sondern auch die kirchlichen Strukturen, die Missbrauch begünstigt oder dessen Aufarbeitung erschwert haben.

Perspektive der Betroffenen im Mittelpunkt

„Die Studie stellt konsequent die Perspektive der Betroffenen in den Fokus. Das ist wichtig, denn über viele Jahre wurde häufig zuerst die Institution geschützt. Aufarbeitung darf nie einen Schlussstrich bedeuten, sondern muss Verantwortung sichtbar machen und Konsequenzen für die Zukunft haben“, sagte Coße.

Wissenschaftlicher Ansatz der Studie - breiter Zugang zu Quellen

Dr. Bernhard Frings, Historiker und Mitautor der Studie, hob den wissenschaftlichen Ansatz hervor: „Wir konnten mit einem außergewöhnlich breiten Zugang zu den Quellen arbeiten. Unser Ziel war es, nicht nur Einzelfälle zu dokumentieren, sondern die Strukturen sichtbar zu machen.“

Beschuldigte Täter teilweise nach Therapie wieder in der Seelsorge

Die Untersuchung zeige unter anderem, dass beschuldigte Täter teilweise nach therapeutischen Maßnahmen wieder in der Seelsorge eingesetzt wurden. Zugleich macht sie deutlich, dass Machtgefälle und fehlende Kontrolle eine entscheidende Rolle spielten.

Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission

Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung ging es in dem Gespräch auch um die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Diese begleitet Betroffene, unterstützt bei Anträgen und vermittelt Beratung.

Für viele Betroffene ein schwieriger Schritt, über das Erlebte zu sprechen

„Für viele Betroffene ist der Schritt, über das Erlebte zu sprechen, mit Scham und großen Ängsten verbunden. Hinzu kommen belastende Verfahren und oft jahrzehntelange Erfahrungen, nicht ernst genommen worden zu sein. Deshalb brauchen die Betroffenen/Opfer verlässliche und unabhängige Ansprechpartner“, betonte Overkamp.

Coße: "Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem"

Coße machte deutlich, dass die Erkenntnisse auch über die Kirche hinaus Bedeutung haben: „Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Deshalb müssen wir überall dort hinschauen, wo Macht missbraucht wurde und missbraucht wird, ob in der Kirche, in Heimen, Vereinen oder anderen Einrichtungen. Unser Maßstab muss immer die Perspektive der Betroffenen sein. Sie und ihre Angehörigen brauchen Aufklärung, Anerkennung und die bestmögliche Unterstützung.“

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