Hürden für Flüchtlinge überwinden – Termine beim Arbeitsamt erleichtern und freiwillige Sprachkurse finanzieren


Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße und SPD Lotte im Gespräch mit der Flüchtlingshilfe Lotte e.V.
Lotte. Wie lassen sich Hürden für Flüchtlinge bei der Integration in den Arbeitsmarkt überwinden? Frank Negraßus, hauptamtlicher Flüchtlingsbetreuer der Gemeinde Lotte, Friedel Glüder und weitere Mitglieder der Flüchtlingshilfe Lotte e.V. haben im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten aus dem Tecklenburger Land, Jürgen Coße, und der SPD Lotte über die aktuelle Situation der Flüchtlingsunterbringung und -betreuung in der Gemeinde Lotte gesprochen.
Aktuelle Situation der Flüchtlingsunterbringung in Lotte
Nachdem die Containerdorf -Flüchtlingsunterkunft in Alt-Lotte nach Ablauf der Genehmigungsfrist geschlossen wurde und auch das Wohngebäude an der Moorbreede aufgrund fehlender Baugenehmigung nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, wohnen derzeit 40 Menschen in den Containern an der Bahnhofstraße. „Hier wohnen jetzt neben Frauen und Kindern auch zehn Männer. Fast alle Flüchtlinge arbeiten. Das heißt aber auch, dass manche Früh-, Spät- oder Nachtschicht haben. Auf so engem Raum birgt das Probleme“, sagt Negraßus. 2026 ist noch ein Flüchtling nach Lotte gekommen. Im Jahr 2025 keine geflüchtete Person.
"In Bezug auf die Integration in den Arbeitsmarkt gibt es einige Hürden"
„In Bezug auf die Integration in den Arbeitsmarkt gibt es einige Hürden. Ohne einen Elster-Zugang und Passwörter ist es schlichtweg unmöglich, einen Termin beim Arbeitsamt zu bekommen. Das ist für deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger ja schon aufwendig, wie soll das jemand schaffen, der noch kein deutsch spricht und aus dem Ausland kommt? Selbst ich habe es nicht geschafft, einem unserer Bewohner einen Termin zu organisieren“, sagt Negraßus. Es müsse einfacher sein, einen Termin beim Arbeitsamt zu bekommen. Wie solle sonst die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen?
Forderung, dass Bund die freiwilligen Sprachkurse weiterhin finanziert
Außerdem plädieren Glüder von der Flüchtlingshilfe Lotte, die sich ehrenamtlich für die Betreuung der Flüchtlinge engagiert, und ihre Kolleginnen und Kollegen dafür, dass der Bund unbedingt die freiwilligen Sprachkurse weiterhin zahlen müsse. Glüder: „Die Menschen, die zu uns flüchten, möchten unbedingt Deutsch lernen und brauchen das, um hier arbeiten zu können. Und viele wissen am Anfang ja noch gar nicht, wie lange sie tatsächlich bleiben werden. Aber unsere Sprache hilft ihnen auf jeden Fall.“ Auch über die Standards und hohen Hürden für das Bestehen der Tests müsse gesprochen werden.
Wohnungen für die Familien finden
In dem Gespräch ging es ebenfalls darum, Wohnungen für die Familien zu finden. Geförderte Wohnungen im Neubaugebiet Schafwinkel kämen dafür eventuell in Betracht. Außerdem berichteten Maria Brockhaus und Thomas Giebel, für die SPD im Rat der Gemeinde Lotte, über die Planung der Gemeinde für ein neues, festes Gebäude für die Unterbringung. Einfacher wäre es, das größere Haus an der Moorbreede weiter nutzen zu können, aber dafür brauche man die Genehmigung vom Kreis Steinfurt. „Diese bekommen wir derzeit leider nicht“, sagt Negraßus.
Viele positive Beispiele von Flüchtlingen, die hier arbeiten und leben möchten
Jürgen Coße versprach, die Anliegen der Flüchtlingshilfe zu unterstützen und dazu Gespräche mit dem IHK-Geschäftsführer Dr. Fritz Jaekel und Landrat Dr. Martin Sommer zu führen. „Wir sehen ja anhand vieler positiver Beispiele, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, hier arbeiten wollen und oft auch einen Beruf erlernt haben. Das ewige Thema der überbordenden Bürokratie und mehrfachen Prüfung müssen wir dringend angehen“, sagt Coße.























