Wo Sepp Herberger bis heute lebendig ist


Tobias Wrzesinski von der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB besuchte mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Coße den TuS St. Arnold.
St. Arnold/Neuenkirchen/Münsterland. Als Tobias Wrzesinski das Sepp-Herberger-Stadion in St. Arnold betrat, wurde schnell klar: Hier trägt das Stadion den Namen des Weltmeistertrainers nicht nur auf dem Eingangsschild, hier wird seine Geschichte bis heute gelebt. Im Vereinsheim hängen viele Bilder des Weltmeistertrainers von 1954. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der DFB-Stiftung Sepp Herberger besucht derzeit regelmäßig besondere „Herberger-Orte“ in Deutschland. Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Coße, Neuenkirchens Bürgermeister Willi Brüning, den Vorstandsmitgliedern des TuS St. Arnold Markus Möllers, Frank Hagen und dem Abteilungsleiter Fußball Willi Hyneck machte er nun Station beim TuS St. Arnold.
Am 11. August 1968 eröffnete Sepp Herberger das Stadion persönlich und führte den ersten Anstoß aus. Mit dabei waren die Weltmeister Helmut Rahn, Bert Trautmann und Fritz Walter. Möglich gemacht hatte den Besuch der damalige Vereinsfunktionär Rudi Schneiders, der den Bundestrainer kurzerhand anschrieb und eine Zusage erhielt.
Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Später brachte Schneiders in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Straßenschilder mit der Aufschrift „Sepp-Herberger-Straße“ an. Der Name blieb bis heute bestehen. Und noch eine Anekdote wird im Verein gerne erzählt: Nach seinem Besuch vergaß Sepp Herberger seine Brille in St. Arnold. Sie befindet sich noch immer im Besitz eines Vereinsmitglieds.
„Genau solche Geschichten machen den Fußball aus“, sagte Tobias Wrzesinski. „Hier werden Erinnerungen nicht nur bewahrt, sondern weitergegeben. Wir werden im Sepp-Herberger-Archiv nach dem Brief suchen, den Rudi Schneider damals an Sepp Herberger geschrieben hat. Herberger hat nahezu alles aufgehoben, vielleicht existiert der Brief noch.“
Der TuS St. Arnold zählt heute rund 850 Mitglieder in sieben Abteilungen. Neben dem Fußball prägen zahlreiche weitere Sportangebote das Vereinsleben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt und der Jugendarbeit.
„Wir sind stolz darauf, den Namen Sepp Herbergers tragen zu dürfen“, sagte der Vorsitzende Markus Möllers. „Noch wichtiger ist uns aber, die Werte zu leben, für die er stand: Gemeinschaft, Fairness und die Förderung junger Menschen.“
Auch Jürgen Coße zeigte sich beeindruckt: „Der TuS St. Arnold verbindet eine außergewöhnliche Fußballgeschichte mit einem starken ehrenamtlichen Engagement. Vereine wie dieser schaffen Gemeinschaft und geben gerade jungen Menschen Halt und Perspektiven. Dass diese Tradition hier mit so viel Herzblut gepflegt wird, verdient große Anerkennung.“























