Abgeordnete aus Bund und Land, Bürgermeister, SPD Westerkappeln und NRW-Bahnchef besuchen Großbaustelle in Velpe


DB ist im Zeitplan und übergibt zum 1. September an den Straßenbau/Kreis Steinfurt/Straßen.NRW – Auch Reaktivierung des Haltepunktes ein Gesprächsthema.
Westerkappeln-Velpe. Nur noch drei Wochen, dann hat die Deutsche Bahn bei ihrem wohl größten Bauprojekt im Kreis Steinfurt, nämlich der Errichtung einer Eisenbahnüberführung an der Tecklenburger Straße in Velpe, einen wichtigen Bauabschnitt geschafft. „Wir gehen mit dem Bahnteil Anfang September in Betrieb und werden bis zum Ende des Jahres mit unseren Arbeiten größtenteils fertig sein. Überlappend beginnt der Straßenbau, der ebenfalls durch die DB durchgeführt wird, aber von Straßen.NRW und dem Kreis Steinfurt verantwortet wird. Dieser soll bis Mitte 2027 fertig sein und die Tecklenburger Straße und die Straße Am Velper Bahnhof dann wieder passierbar“, sagt Kristof Schickhaus, Projektleiter bei DB InfraGO.
Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße, der Landtagabgeordnete Frank Sundermann, Bürgermeister Niklas Schulte und Vertreterinnen und Vertreter der SPD Westerkappeln hatten sich auch auf der Baustelle mit Schickhaus und dem neuen Konzernbevollmächtigten für NRW der Deutschen Bahn, Dr. Jens Gräfer, getroffen, um angesichts der laufenden Baumaßnahmen über Chancen und Möglichkeiten für eine Reaktivierung des Bahnhaltepunktes in Velpe zu sprechen.
Die wichtigste Botschaft war dabei sicherlich, dass der Aufgabenträger Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die Entscheidung trifft, ob ein Haltepunkt eingerichtet bzw. reaktiviert wird oder nicht. „Die Diskussionen über eine Reaktivierung des Velper Bahnhofs laufen ja seit über 20 Jahren und uns würde interessieren, ob zumindest im Rahmen dieser Großbaustelle mit einem Auftragsvolumen von 22 Millionen Euro zumindest bauliche Vorkehrungen getroffen werden können, um in Zukunft einfachere Möglichkeiten für die Reaktivierung eines Bahnhaltes zu schaffen“, sagt Sundermann. Schickhaus: „Wir haben tatsächlich mehr Leerrohre verlegt, als derzeit benötigt werden, und die Brückenteile sind statisch so ausgelegt und gebaut, dass sie von Zügen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h befahren werden können. Für die Einrichtung eines Haltepunkts gehört jedoch selbstverständlich noch deutlich mehr dazu.“
Die Vorsitzende der SPD Westerkappeln, Dr. Marina Stalljohann-Schemme, betonte, dass sich die Gegebenheiten seit den 1990er Jahren, als der Haltepunkt stillgelegt wurde, deutlich verändert hätten: „Mittlerweile wohnen in Velpe seit dem Bau der Neubaugebiete am Hollesch und am Hang mehr Menschen, sind die Firmen im Industriegebiet mit LIDL und DSV mehr geworden und mit dem Deutschlandticket hätte man eine bezahlbare Alternative zum immer teurer werdenden Auto. Die Kosten für Führerschein und Benzin kennen ja momentan kein Ende.“ Ratsfrau aus Velpe, Ellen Stalljohann, betonte außerdem die Bedeutung für Mobilität im ländlichen Raum, um zum Einkaufen, zu Ärzten und anderen Terminen zu gelangen.
Um den genauen Bedarf in der Bevölkerung für einen Bahnhalt zu ermitteln, hat die SPD-Ratsfraktion im Juni einen Antrag für eine Bedarfsanalyse im Gemeinderat gestellt, worauf die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Melanie Kizinna, hinwies.
Coße: „Die Bahn ist ein wichtiger Aspekt der Daseinsvorsorge. Und der Ortsteil Velpe ist nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Deshalb ist es aus politischer Sicht sinnvoll und dringend notwendig, über nachhaltige und vor allem auch alternative Mobilitätsangebote zum Pkw nachzudenken.“ Dr. Gräfer gab zu bedenken, dass bislang kein Haltepunkt vorgesehen sei: „Hierüber trifft der NWL die Entscheidung.“
Gleichwohl wollen Coße, Sundermann und die SPD Westerkappeln weiter an dem Ziel der Reaktivierung eines Haltepunktes in Velpe dranbleiben. „Ich werde sicherlich noch das ein oder andere Mal zu Ihnen in die Bahnsprechstunde im Düsseldorfer Landtag kommen“, versprach Sundermann augenzwinkernd in Richtung Dr. Gräfer.























