„Wir sind mitten im Umschwung auf E-Mobilität“ – Neuer Schnellladepark beim Autohaus Bäumer


Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße (SPD) im Gespräch mit Autohaus Bäumer und dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe.
Ibbenbüren. Während ein Verbrennungsmotor aus etwa 1.500 Teilen besteht, hat ein Elektromotor gerade mal 150 Teile. Das bedeutet weniger Verschleißteile und natürlich auch eine Umstellung in den Autowerkstätten. Dass sich der Automarkt derzeit mitten im Umschwung auf E-Mobilität befindet, davon konnte sich der Bundestagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Jürgen Coße (SPD), bei einem Besuch im Autohaus Bäumer in Ibbenbüren überzeugen. Im Gespräch mit dem Gründer Thomas Bäumer, dessen Sohn und Nachfolger Franz Bäumer und Matthias Kenter vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ging es um die aktuellen Entwicklungen bei E-Autos, aber auch um rechtliche Änderungen und Herausforderungen, wie die Änderungen im Kaufrecht im Zusammenhang mit dem neu in Kraft getretenen Recht auf Reparatur oder die Kennzeichnung der Energieeffizienz bei Neuwagen.
Dass sich die Mobilität ändert, kann man auch an den zwölf Ladepunkten des neuen Schnellladeparks auf dem Gelände des Autohauses an der Gutenbergstraße sehen. Außerdem stehen hier 300 Gebraucht- und 150 Neuwagen, davon 100 E-Autos. „Das Förderprogramm der Bundesregierung hat natürlich den Absatz von E-Autos gesteigert, aber der Markt insgesamt zeigt eine deutliche Steigerung an verkauften E-Autos“, sagt Thomas Bäumer. Neben Hyundai, SEAT, CUPRA, Maxus und GWM kann man bei Bäumer seit 2001 auch Volvos kaufen und letztlich alle Automarken bekommen, die man möchte. Grundsätzlich sei das Autohaus solide aufgestellt. „Wir erweitern in Kürze um ein Gebrauchtwagenzentrum für Elektroautos. Der Bauantrag ist bereits durch und wir hoffen, dass es bis Herbst 2027 fertiggestellt werden kann“, sagt Thomas Bäumer.
Aber der Termin mit Coße kam auch deshalb zustande, weil sich der ZDK mit ein paar konkreten Anliegen an die Bundespolitik wenden möchte. „Das zum 31. Juli neu in Kraft getretene Recht auf Reparatur ist bei Elektrokleingeräten absolut sinnvoll und gut. Allerdings gelten die parallel dazu erlassenen Änderungen im Kaufrecht auch für gebrauchte Fahrzeuge (nicht nur E-Autos). Wird ein Sachmangel im Wege einer Reparatur beseitigt, verlängert sich die Gewährleistung für das gesamte Fahrzeug um ein ganzes Jahr, selbst wenn nur ein einzelnes Teil betroffen war. Das ist für die Kfz-Werkstätten und Autohändler natürlich schwierig“, sagt Franz Bäumer.
Außerdem ging es um die Vorschrift, dass alle sechs Monate die Kennzeichnung von Neuwagen mit der Energieeffizienzklasse erneuert werden müsse. „Bei rund 150 Neuwagen auf dem Hof und bei angelieferten, aber bereits verkauften Neuwagen ist das ein riesiger und teils unsinniger Aufwand, zumal die Deutsche Umwelthilfe es sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, Autohäuser systematisch daraufhin anzuzeigen“, sagt Franz Bäumer.
Ein weiterer Punkt war das sogenannte Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen, das auch Autohändler treffen kann, wenn ein Fahrzeug vollständig online gekauft wird. Verbraucher können solche Verträge grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen – auch dann, wenn sie das Fahrzeug vor dem Kauf nicht besichtigt haben. Bäumer: „Ein Auto ist kein Fön oder Toaster und der logistische und finanzielle Aufwand dementsprechend deutlich größer.“ „Wir müssen Politik mit dem Auto und nicht gegen das Auto machen. Deshalb ist es wichtig, dass wir Abgeordnete über Probleme und Hürden bei der Umsetzung von Gesetzen informiert werden und die Anliegen bei uns in der SPD-Fraktion und im entsprechenden Ausschuss oder gegenüber den Ministerien vortragen können, was ich natürlich tun werde“, sagt Coße. Außerdem sei ein Autohaus wie Bäumer in Ibbenbüren ein wichtiger Arbeitgeber mit zurzeit 14 Auszubildenden.























